Zum verweilenden Gedenken
Der Bunter Kreis Münsterland hat sich gemeinsam mit Gynäkologen, Hebammen, Krankenschwestern und der zuständigen Seelsorgerin aus dem St. Vincenz-Hospital sehr früh für eine Bestattung aller Fehl- und totgeburten unter 500 Gramm eingesetzt. 2002, als die erste Beerdigung stattfinden konnte, gab es dafür noch keine Bestattungspflicht in NRW.
Der Bunte Kreis Münsterland setzte sich für einen würdigen Umgang jedes menschlichen Wesens ein, unabhängig davon wie klein es ist.
Gemeinsam konnten folgende Regelungen erarbeitet werden:
- Innerhalb des St.-Vincenz-Hospitals Coesfeld sind die räumlichen und organisatorischen Möglichkeiten geschaffen worden, die Körper von Fehlgeburten und toten Frühgeborenen bis zur Bestattung aufzubewahren.
- Die Kirchengemeinde St. Jakobi stellte auf dem Friedhof an der Marienburg ein Gräberfeld zur Verfügung. Der Bunte Kreis kümmert sich um die Pflege des Grabfeldes.
- Im Jahr finden drei Bestattungen, März, Juli, November, statt. Zu der ökumenischen Beerdigungsfeier werden Eltern, die es wünschen, und Ärzte/Ärztinnen, Pflegekräfte u.a. eingeladen.
- Dankenswerterweise hat sich ein Mäzen gefunden, der die künstlerische Gestaltung durch die Künstlerin Mechthild Amman finanziell ermöglichte.
(Der Geldgeber möchte nicht namentlich genannt werden.) - Die Eltern haben die Möglichkeit, für ihr verstorbenes Kind den Namen oder ein Symbol nach ihren Wünschen in die Fenster eingravieren zu lassen..
- Diese Begräbnisstätte gibt auch den Eltern Trost, die sonst keinen "Ort der Trauer" haben. Die Anlage soll zum "verweilenden Gedenken" einladen.
